Wie wir den Fair Value berechnen
Für rund 35.000+ Aktien weltweit schätzen wir einen Fair Value, den inneren Wert eines Unternehmens, aus 21 unabhängigen Bewertungsmodellen und bewerten die Qualität über 25 Fundamentalfaktoren. Diese Seite erklärt offen, wie das funktioniert, wo die Grenzen liegen und warum eine Schätzung falsch sein kann.
Wir schätzen aus den eigenen gemeldeten Zahlen eines Unternehmens, was es wert ist, bewerten die Qualität getrennt davon und zeigen, wie viel Evidenz hinter jeder Schätzung steht. Der Kurs ist nur der Vergleich, nie die Eingabe.
- Geschäftsberichte
- 21 Modelle
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Was „Fair Value" bedeutet
Der Fair Value ist eine Schätzung des inneren Werts auf Basis der Fundamentaldaten, unabhängig vom aktuellen Börsenkurs. Wir vergleichen ihn anschließend mit dem Kurs: Liegt der Kurs deutlich darunter, erscheint die Aktie nach unserem Modell unterbewertet; liegt er darüber, erscheint die Bewertung gedehnt. Das ist eine analytische Einordnung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
So entsteht der Fair Value, Schritt für Schritt
Sechs Stationen liegen zwischen dem Geschäftsbericht und der Zahl, die du siehst. Jede Regel unten steht wörtlich so im Rechenwerk; nichts davon ist vereinfachtes Marketing.
Alles beginnt bei den Geschäftsberichten des Unternehmens, nie beim Börsenkurs.
Künftige Gewinne sind weniger wert als heutige. Wie viel weniger, hängt vom Risiko ab.
Jede Variante rechnet drei Szenarien: vorsichtig (Bär), Basis, optimistisch (Bulle).
Ein Umsatz-Modell auf eine Bank losgelassen liefert Unsinn. Also bekommt nicht jede Firma jedes Modell.
Die Familien werden gewichtet gemittelt, das Gewicht hängt am Wachstumsprofil der Firma (8 Profile).
Bevor du den Fair Value siehst, prüfen Wächter jede Zahl noch einmal beim Lesen.
Erst jetzt wird verglichen: Fair Value gegen Kurs ergibt das Potenzial. Bewertungsstatus, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Warum unser Fair Value von Analysten-Kurszielen abweicht
Die Zahl auf Yahoo oder Investing.com ist meist ein Analysten-Kursziel, das eng am heutigen Kurs klebt. Unser Fair Value ist der innere Wert aus den Fundamentaldaten, bewusst so gebaut, dass er abweichen darf. Genau diese Abweichung ist der Sinn.
Viele Nutzer vergleichen unseren Fair Value mit den Zahlen auf Yahoo Finance oder Investing.com und wundern sich über den Unterschied. Der Grund: Das sind zwei grundsätzlich verschiedene Kennzahlen. Die dort gezeigten Zahlen sind meist Analysten-Kursziele, eine 12-Monats-Prognose, wohin der Kurs gehen könnte. Solche Ziele hängen fast immer eng am aktuellen Kurs und an der Marktstimmung und weichen selten stark davon ab.
Unser Fair Value schätzt dagegen den inneren Wert eines Unternehmens aus seinen eigenen Fundamentaldaten, unabhängig von Kurs und Stimmung. Er ist bewusst so gebaut, dass er vom Kurs abweichen darf: Genau diese Abweichung ist der Sinn der Sache, denn sie zeigt, wo der Markt zu teuer oder zu günstig sein könnte. Ein Fair Value, der immer dem Kurs gleicht, wäre wertlos. Eine Differenz zu anderen Plattformen ist also kein Fehler, sondern das Produkt: eine unabhängige zweite Meinung statt der Herdenmeinung.
Zwei häufige Anschlussfragen: „Dann wäre ja alles überbewertet und man würde nichts kaufen.“ Im Gegenteil, der Screener findet tausende unterbewertete Titel; er ist nur ehrlich genug, viele beliebte, teure Namen auch teuer zu nennen. Und: Auch ein hervorragendes Unternehmen kann zu teuer sein. Erscheint eine Qualitätsaktie bei uns „überbewertet“, heißt das nicht „schlechte Firma“, sondern: Der Kurs preist Wachstum und Margen ein, die erst noch kommen müssen. Wer daran glaubt, darf anders bewerten, deshalb legen wir bei jeder Aktie die komplette Herleitung und einen Evidenz-Status offen.
Die 21 Bewertungsmodelle
Jedes Unternehmen wird durch ein Set unabhängiger Intrinsic-Value-Modelle bewertet und zu einem familien-ausgewogenen Konsens zusammengeführt, gewichtet danach, wie viel belastbare Daten dahinterstehen. Die Modellfamilien:
- Discounted-Cashflow-Varianten, künftige freie Cashflows, auf heute abgezinst.
- Residual-Income / Ertragswert, Wert aus Eigenkapital plus Übergewinnen.
- Multiples, margenverankerte Umsatz-, Ergebnis-, Buchwert- und EV-Multiples.
- Substanz-/Buchwert-Modelle, relevant für Banken, Versicherer, Holdings.
Alle Eingaben sind real gemeldete Daten aus den Abschlüssen, nichts wird geraten. Wachstumsannahmen sind bewusst konservativ begrenzt, damit eine einzelne optimistische Annahme das Ergebnis nicht dominiert.
Der Quality-Score (25 Faktoren)
Bewertet die Geschäftsqualität von 0 bis 100 allein aus Fundamentaldaten, unabhängig vom Kurs, damit ein billiger Kurs nie mit einem guten Unternehmen verwechselt wird.
Eine separate Ebene bewertet die Geschäftsqualität (0,100) aus rund 25 Fundamentalfaktoren, Profitabilität, Wachstum, Bilanzstärke, Kapitalrendite und mehr, unabhängig von der Bewertung. So wird ein billiger Kurs nicht mit einem guten Unternehmen verwechselt: Ein niedriger Kurs bei schwacher Qualität kann eine Value-Falle sein.
Evidenz & Konfidenz
Jede Schätzung zeigt, wie viel Daten sie tragen (hoch, mittel oder niedrig), dazu eine Bear-, Base- und Bull-Spanne, damit die Unsicherheit sichtbar bleibt.
Jede Schätzung trägt einen Evidenz-Status (hoch / mittel / niedrig). „Hohe Evidenz" heißt: Der Fair Value ruht auf reichen, gegengeprüften Daten und genügend anwendbaren Modellen, keine dünne Schätzung aus wenigen Zahlen. Zusätzlich zeigen wir statt eines einzelnen Punktwerts eine Bear-/Base-/Bull-Spanne, damit die Unsicherheit sichtbar bleibt. Die Spanne wird winsorisiert (Bear mindestens 20 %, Bull höchstens 400 % des Basiswerts), damit ein einzelnes Ausreißer-Modell sie nicht ins Absurde dehnt.
Der Backtest in Kürze
Wir haben die Kernidee, unterbewertete Qualitätsaktien halten, solange die Bewertungslücke besteht, über 34 Jahre historischer Daten simuliert. Ergebnis: 13,3 % pro Jahr für die simulierte Strategie gegenüber 8 % für den breiten Markt, ein Abstand von +5,3 Prozentpunkten pro Jahr. Beide Zahlen sind vor Steuern und Kosten und survivorship-adjustiert: Auch dekotierte und übernommene Aktien sind enthalten, damit das Ergebnis nicht durch das Überleben der Gewinner geschönt wird.
Ein Backtest ist eine Simulation auf historischen Daten, vergangene Ergebnisse sind keine Garantie für künftige. Die vollständige Auswertung (Zusammensetzung, Risiko, Methodik) steht im Evidence-Bereich der App.
Grenzen, warum eine Schätzung falsch sein kann
Ein Fair Value ist eine Schätzung, keine Gewissheit. Er kann daneben liegen, wenn:
- die gemeldeten Daten Fehler enthalten oder später korrigiert werden;
- einmalige Sondereffekte das Ergebnis verzerren;
- sich das Geschäftsmodell, die Branche oder die Zinslandschaft strukturell ändern;
- die konservativen Wachstumsannahmen ein außergewöhnliches Unternehmen unter- oder überschätzen.
Deshalb sind Evidenz-Status und Spanne fester Bestandteil jeder Ausgabe.
Datenquelle & Aktualität
Fundamentaldaten, Abschlüsse und Kurse beziehen wir von einem professionellen Finanzdaten-Anbieter. Kurse werden börsentäglich nach Handelsschluss aktualisiert; Fundamentaldaten, sobald neue Abschlüsse vorliegen, die Fair Values werden täglich neu berechnet. Jede Aktienseite zeigt, von wann der Fair Value stammt. Mehr dazu unter Daten & Vertrauen.
Häufige Fragen
Ist der Fair Value eine Kaufempfehlung?
Nein. Es ist eine modellbasierte, evidenzbasierte Analyse, keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Hängt der Fair Value vom Kurs ab?
Nein, er wird unabhängig aus den Fundamentaldaten berechnet und erst danach mit dem Kurs verglichen.
Warum weicht euer Fair Value von Analysten-Kurszielen (z. B. Yahoo, Investing.com) ab?
Analysten-Kursziele sind 12-Monats-Kursprognosen, die eng am aktuellen Kurs und an der Marktstimmung kleben. Unser Fair Value schätzt dagegen den inneren Wert aus den eigenen Fundamentaldaten und darf bewusst abweichen, genau diese Abweichung zeigt eine mögliche Fehlbewertung. Eine Differenz ist also kein Fehler, sondern eine unabhängige zweite Meinung. Auch ein hervorragendes Unternehmen kann dabei zu teuer erscheinen, wenn der Kurs künftiges Wachstum bereits einpreist.
Wie verlässlich ist die Schätzung?
Das hängt von Datenqualität und Annahmen ab. Jede Aktie zeigt deshalb einen Evidenz-Status und eine Bear-/Bull-Spanne.
Woher stammen die Daten und wie oft wird neu gerechnet?
Fundamentaldaten und Kurse stammen von einem professionellen Finanzdaten-Anbieter; die Fair Values werden täglich neu berechnet, sobald neue Kurse und Abschlüsse vorliegen.
Worauf stützt sich die historische Evidenz?
Auf einen Backtest über 34 Jahre: Eine simulierte Auswahl unterbewerteter Qualitätsaktien erzielte 13,3 % pro Jahr vor Steuern und Kosten gegenüber 8 % für den breiten Markt (+5,3 Prozentpunkte), survivorship-adjustiert um dekotierte Aktien. Vergangene Ergebnisse sind keine Garantie für die Zukunft.