Was ist Fair Value?
Kurz erklärt und ohne Fachchinesisch: was Fair Value bedeutet, wie er sich vom Börsenkurs unterscheidet und wann eine Aktie über- oder unterbewertet ist. Genau die Fragen, die Anleger am häufigsten stellen.
Was ist Fair Value?
Der Fair Value (fairer oder innerer Wert) ist das, was eine Aktie auf Basis ihrer Fundamentaldaten wirklich wert ist, also aus Gewinnen, Cashflows, Wachstum und Bilanz abgeleitet, unabhängig von der aktuellen Marktstimmung. Er ist eine begründete Schätzung, keine Gewissheit.
Ist der Fair Value dasselbe wie der Marktwert?
Nein. Der Marktwert ist der aktuelle Börsenkurs, das, was Käufer und Verkäufer gerade zahlen. Der Fair Value ist der aus den Fundamentaldaten begründete Wert. Kurzfristig können beide stark auseinanderliegen, langfristig nähern sie sich tendenziell an, und genau diese Lücke suchen wertorientierte Anleger.
Was ist der Unterschied zwischen intrinsischem und extrinsischem Wert?
Der intrinsische Wert kommt aus dem Unternehmen selbst, aus seinen Fundamentaldaten. Der extrinsische Wert ist alles, was der Markt darüber hinaus aufschlägt oder abzieht: Stimmung, Momentum, bei Optionen der Zeitwert. Fair-Value-Analyse konzentriert sich auf den intrinsischen Wert.
Was ist der Fair Value von Aktien?
Für eine einzelne Aktie ist der Fair Value der geschätzte innere Wert je Anteil. Multipliziert mit der Aktienzahl ergibt er den fairen Gesamtwert des Unternehmens. Liegt der Kurs darunter, gilt die Aktie als unterbewertet, darüber als überbewertet.
Wann ist eine Aktie über- oder unterbewertet?
Unterbewertet: der Kurs liegt spürbar unter dem Fair Value, es gibt eine Sicherheitsmarge. Überbewertet: der Kurs ist der Bewertung vorausgeeilt. Wichtig: ein niedriger Kurs allein reicht nicht, schwache Qualität kann eine Value-Falle sein.
Bildungs-Guide, keine Anlageberatung. Fair Value ist eine Modellschätzung, keine Gewissheit.