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Rebalancing eines Aktien Portfolios

Rebalancing

In dem Artikel über Asset Allocation haben Sie bereits erfahren, wie man einzelne Aktien im Aktienportfolio richtig zusammenstellt. Um die Verhältnismäßigkeit der einzelnen Aktien auch bei Kursänderungen aufrecht zu erhalten ist es notwendig das Portfolio regelmäßig wieder zum Ursprung zurück auszugleichen. 


#Rebalance

In diesem Artikel lernen Sie die “Wartung” Ihres Fair Value Calculator Depots. Dazu zählt nicht nur, dass Aktien gekauft werden sollen und abgewartet wird. Nein! Zur “Wartung” des Depots zählen laufende Arbeiten wie dem Rebalancing und dem rechtzeitigen Verkauf einer Position, also einer Aktie.

Diese folgenden Schritte haben wir auf Basis vergangener Untersuchungen und Studien als auch persönlichen Beobachtungen entwickelt. Keine Sorge es ist nicht viel Arbeit aber bringt Ihnen im Laufe der Jahre entscheidende Vorteile!



Auswahl und Kauf von Aktien

Gemäß der Fair Value Strategie können Sie Aktien auswählen und in Ihr Depot kaufen. Wählen Sie dazu ausschließlich Aktien aus, deren Fair Value höher ist als deren momentaner Kurs. Hier können Sie den Fair Value jeder Aktie einfach berechnen. Zum Kauf der Aktien sollten Sie ein Onlinekonto bei einem Onlinebroker Ihres Heimatlandes eröffnen, da die Spesen hier deutlich geringer sind als bei Ihrer Hausbank. Stellen Sie die Aktien gemäß der Asset Allocation und gemäß Ihrer Risikobereitschaft aus.


Asset Allocation

In dem Artikel über Asset Allocation lernen Sie wie Sie ihr Depot zusammenstellen könnten. Die Mischung aus verschiedenen Anlageklassen ermöglicht eine Minderung des Risikos. Im Verlauf der Jahre werden sich einige Aktien in Ihrem Portfolio besser behaupten als Andere. Wenn eine Aktie stark zulegt, wird auch ihr prozentualer Anteil im Portfolio größer. Deshalb sollten Sie um den Effekt der Risikominimierung durch die richtige Asset Allocation ihr Portfolio laufend anpassen. 


Rebalancing

Nun, da Sie Ihre persönliche Asset Allocation festgelegt haben, sollten Sie versuchen laufend alle Assets in Ihrem Portfolio gemäß ihres ursprünglich prozentualen Anteils anzugleichen. Es gibt drei Gründe, die dafür sprechen dies zu tun.

Historische Daten weisen darauf hin, dass eine derartige Portfolio Pflege eine bessere Rendite erreicht, als beispielsweise eine simple buy&hold Strategie.

Zweitens, sollte Ihre Asset Allokation so ausgerichtet sein, dass sie zu Ihrem Risikoprofil passt. Verschwimmen nun die prozentualen Anteile der unterschiedlichen Assets, so geht der ursprüngliche Sinn der individuellen Asset Allokation verloren.

Drittens, würde man beispielsweise bei den Assets, die mehr Rendite erzielt haben nachkaufen und die schwächeren Assets untergewichtet im Portfolio behalten, so wäre es quasi garantiert, dass man nie günstig, sondern stehts teurer kauft.

Im Gegenteil zur richtigen Strategie, die dann nachkauft, wenn der Asset oder die Aktie billig ist, in dem bei den schwächsten Assets nachgebessert wird und wieder so viel gekauft wird, bis das prozentuale Gleichgewicht der Assets im Portfolio wieder hergestellt ist.

Im Verlaufe mehrerer Zyklen wird sich also ein Asset im Depot prozentual vergrößern, wenn er eine höhere Rendite bringt als ein anderer Asset. Dann empfiehlt es sich immer wieder das Portfolio zu rebalancieren. Wählen Sie beim Rebalancing Zeiträume, die zu Ihrem Depotvolumen passen, denn bei jedem Rebalancing können Steuerkosten und Transaktionskosten fällig werden. Das Rebalancing sollte dabei nur für einen langen Anlagegorizont von mehreren Jahren angewandt werden, Rebalancing-Abstände von 1-2 Jahren werden als sinnvoll erachtet. Mit dem Gewinn der größer gewordenen Tortenstücke in Ihrem Portfolio, können Sie neue Fair Value Aktien in Ihr Depot legen.


Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen.

Die letzte Frage, die noch offen ist, ist wann ich nun die Aktien verkaufen sollte und wie. Zusammenfassend kann man nun sagen, dass man ein gestreutes Depot aus guten Fair Value Aktien hat und immer wenn Gewinn gemacht wird, eine neue Aktie hinzu kommt. Was aber wenn das Depot und Aktien ins Minus drehen?

Wenn das Depot ins Minus dreht, dann ist das nicht weiter schlimm, wir warten einfach durchschnittlich 7 Jahre bis der ganze Spuk vorbei ist und die Aktien werden sehr wahrscheinlich wieder im Plus sein. Jedoch wie soll man mit einzelnen Verlustaktien umgehen?

Hier würde ich dazu raten die Verlierer mit Gewinnen der anderen Aktien im Depot auszugleichen, sofern sich am Fair Value der Verlierer Aktie nichts verändert hat.

Ich würde also bevor ich mit den Gewinnen eine neue Position eröffne die Verlustaktien wieder an den prozentualen Anteil im Depot anpassen, also das Tortenstück wieder in seine ursprüngliche Größe bringen. Aber wie gesagt nur, wenn der Fairvalue hier immer noch höher ist als der Börsenpreis. Eine erneute Einsicht in den aktuellen Fair Value ist dann ratsam.

Sollte sich beispielsweise nach zwei Jahren der Fair Value verschlechtert haben und nach einer erneuten Berechnung der Fair Value unter den aktuellen Börsenpreis gefallen sein, so sollte man sich anstatt die Position wieder anzupassen die Position verkaufen. Aber Hier auch nur wenn die Aktie im Minus ist. Aktien die im Plus sind müssen nicht mehr auf den Fair Value beurteilt werden, lediglich deren Positionsgröße muss angepasst werden.


Entscheidungsbaum Rebalancing

In der folgenden Grafik versuchen wir noch einmal das bereits erklärte Rebalancing bildlich darzustellen. Folgender Entscheidungsbaum ist ein Beispiel wie man nach einem Zeitraum von 1 bis 2 Jahren vorgehen könnte um einzelne Aktien die sich unterschiedlich entwickelt haben wieder an die ursprüngliche Aufteilung gemäß der gewählten Asset Allocation anzupassen. 

Entscheidungsbaum Rebalancing Aktien

In der oben stehenden Grafik wird zu Begin ein Depot aus drei Fair Value Calculator Aktien zusammengestellt. Aktien A,B und C sind Aktien, die gemäß der Fair Value Calculator Strategie einen höheren Fair Value als momentanen Börsenpreis aufweisen. 

Nach einer sinnvoll gewählten Zeitspanne, soll das Aktien Portfolio wieder ausbalanciert werden, also die einzelnen Aktien wieder jeweils gleich große Anteile im Depot einnehmen. In diesem Beispiel haben wir eine Zeitspanne von 1 bis 2 Jahren gewählt. 

Nach diesen 1-2 Jahren haben sich die einzelnen Aktien unterschiedlich entwickelt. Aktie A hat durch einen Kursverlust nur noch einen 7 prozentigen Anteil im Depot, Aktie B hat den Kurs gehalten und der Anteil im Aktien-Portfolio von Aktie C hat sich durch einen starken Kursgewinn verdoppelt. 

Nun gibt es für die jeweiligen Positionen 5 Optionen: 

  • Balance-Kauf: Eine Aktie ist im Kurs gesunken und wird durch nachkaufen wieder zu einem gleich großen Anteil im Depot angepasst.
  • Kauf: Durch Überschuss wird eine neue Fair Value Aktie in das Depot gekauft.
  • Halten: Eine Aktie hat sich im Kurs kaum verändert und der Depot Anteil ist dadurch konstant geblieben.
  • Verkauf: Die Aktie hat an Wert verloren und der neu berechnete Fair Value ist ebenfalls unter den momentanen Börsenpreis gesunken.
  • Balance-Verkauf: Die Aktie hat einen starken Gewinn erfahren und wird an den ursprünglichen Portfolio Anteil angepasst.

In unserem Beispiel wird also Aktie A nach dem Kursverfall erneut auf dessen Fair Value überprüft. Generell müssen nur Aktien, die einen Wertverlust erfahren haben auf den Fair Value überprüft werden. Ist der Fair Value der Aktie höher so kann man nachkaufen, ist der Fair Value niedriger, also unter dem momentanen Börsenkurs gefallen, so kann man die Position verkaufen. 

Hier haben wir im Resultat Aktie A so angepasst, dass diese am Ende im Depot mit 4 Aktien einen Anteil von 25% einnimmt. 

Aktie B hat den Wert gehalten, also halten wir Sie weiter, diese sollte dann in etwa ebenfalls 25% des neuen Aktiendepots einnehmen. 

Aktie C hat einen starken Zuwachs erfahren und wird deshalb balance-verkauft, die daraus frei gewordenen Mittel werden in eine neue Aktie investiert. Aktie C und die neue Aktie D nehmen nun ebenfalls 25% im Depot ein. 

Nun ist das Depot wieder ausgeglichen und durch die Hinzugabe der Aktie D stärker diversifiziert, was der Risikominimierung dient. Verfolgt man diese Strategie wird man bald ein Depot mit sehr vielen verschiedenen hochwertigen Aktien haben und hat Aktien stets günstig gekauft. 

 


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Zum Autor

Autor Dr. Peter Klein

 

Dr. Peter Klein, BA

 

Die gelegentliche Ausbalancierung des Portfolios bringt laut Studien einen Performance Vorteil. Das heißt, dass der ständige Ausgleich der Aktienperformance in Bezug auf die Positionsgröße zur Sicherheit und zur Rendite beiträgt. Durch die Instandhaltung der korrekten Asset Allocation bleibt das Risikoprofil des Aktienportfolios gleich.

Auf fairvalue-calculator.com biete ich die Möglichkeit günstige Aktien aufzuspüren und diese anschließend selbst mittels einer korrekten Asset Allocation in einem sinnvollen Aktienportfolio zusammenzuführen. 


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