Venture-Capital-Methode Rechner
Beteiligung und Bewertung aus Exit-Wert und Zielrendite rückwärts gerechnet.
Eingaben
Diskontsatz / Renditeerwartung
Auch genannt: Required Return, Abzinsungssatz, Kapitalkosten
Wo finde ich das? Eigene Renditeerwartung — oder via CAPM (Diskontsatz-Rechner).
Wie herleiten: Risikofreier Zins + Beta × Marktrisikoprämie. Aktien typ. 7–10 %.
Ergebnis, live
VCs rechnen mit 30–60 % Zielrendite, weil die meisten Startups scheitern - die Gewinner müssen das Portfolio tragen.
Die Venture-Capital-Methode rechnet rückwärts: Ausgehend vom erwarteten Verkaufswert (Exit) in einigen Jahren und der Zielrendite des Investors ermittelt sie, welchen Anteil am Startup er heute für sein Investment braucht — und was das Unternehmen damit heute wert ist.
So funktioniert die Formel
Zuerst wird das Investment mit der Zielrendite auf den Exit-Zeitpunkt hochgezinst. Der nötige Anteil ist dieser Zukunftswert geteilt durch den Exit-Wert:
Post-Money = Exit-Wert ÷ (1 + Rendite)^Jahre
Beispiel: 2 Mio. € Investment, 40 % Zielrendite, 6 Jahre, Exit 60 Mio. €. Zukunftswert = 2 × 1,4^6 ≈ 15,1 Mio. €. Anteil = 15,1 ÷ 60 = 25 %. Post-Money heute ≈ 7,97 Mio. €, Pre-Money ≈ 5,97 Mio. €.
So liest du das Ergebnis
Die zentrale Zahl ist der nötige Anteil — je kleiner, desto besser für den Gründer:
- Bis 25 % — komfortabel; der Investor erreicht sein Ziel ohne großen Verwässerungsdruck.
- 25 bis 50 % — üblicher Bereich, aber die Gründer geben viel ab.
- Über 50 % — heikel; über 100 % ist der Exit schlicht zu klein für die Zielrendite.
Post- und Pre-Money zeigen dieselbe Rechnung als heutige Bewertung: Pre-Money ist der Wert vor dem frischen Kapital.
Worauf du achten solltest
Alles hängt an zwei Schätzungen:
- Der Exit-Wert ist ungewiss. Er entscheidet fast alles — kleine Änderungen kippen den nötigen Anteil.
- Hohe Zielrenditen sind Absicht. 30–60 % gleichen aus, dass die meisten Startups scheitern.
- Spätere Runden verwässern. Diese einfache Rechnung ignoriert weitere Finanzierungsrunden bis zum Exit.