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FVC Akademie · Markt und Korrelation · Lektion 9 von 18

Markt und Korrelation: warum zehn Aktien nur zwei Wetten sein können

Nicht die Zahl der Aktien zählt, sondern wie unterschiedlich sie sich bewegen: So erkennst du Klumpenrisiken, bevor sie dich erwischen.

Das Video zu dieser Lektion wird gerade erstellt. Der Text darunter ist das vollständige Skript.

Das lernst du

  • Was Korrelation ist und wie du die Zahl von minus 1 bis plus 1 liest
  • Warum Aktien derselben Branche zusammen fallen
  • Wie stark einzelne Aktien am Gesamtmarkt hängen
  • Warum Streuung in Krisen schwächer wirkt und was du dagegen tun kannst
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Transkript

Zwei Banken, drei Jahre, jeden Tag: Ihre Kurse liefen sehr eng zusammen. Coca-Cola und Nvidia dagegen liefen sogar leicht gegeneinander. Ich bin Peter, und heute zeige ich dir, warum zehn Aktien manchmal nur zwei Wetten sind. Du lernst, was Korrelation ist, wie stark Aktien am Gesamtmarkt hängen und wo Klumpenrisiken lauern.

Korrelation ist eine Zahl zwischen minus eins und plus eins. Plus eins heißt: Zwei Aktien steigen und fallen immer gemeinsam. Null heißt: Sie haben nichts miteinander zu tun. Minus eins heißt: Wenn die eine steigt, fällt die andere. Denk an einen Laden, der Regenschirme verkauft, und einen, der Sonnencreme verkauft. Bei Regen gewinnt der eine, bei Sonne der andere. Besitzt du beide, ist dein Wetter egal.

Wir haben das mit den Kursen aus unserer eigenen Datenbank nachgerechnet, drei Jahre, 753 Handelstage. Die zwei Ölkonzerne Exxon und Chevron: 0,82. Die zwei Banken JPMorgan und Bank of America: 0,75. Coca-Cola und Pepsi: 0,60. Und dann über Branchen hinweg: Exxon und Microsoft liegen praktisch bei null, Coca-Cola und Nvidia bei minus 0,25. Die Lehre: Firmen derselben Branche hängen am selben Wetter. Beim Öl ist es der Ölpreis, bei Banken sind es die Zinsen.

Und dann gibt es einen Strom, der fast alle mitnimmt: den Gesamtmarkt. Bei den größten Firmen ist das besonders deutlich, denn sie sind selbst ein großer Teil des Index. Mitte 2025 machten die zehn größten Firmen fast 40 Prozent des S&P 500 aus, so viel wie seit Mitte der 1960er-Jahre nicht mehr. In unseren Daten lief Nvidia seit Juni 2025 deutlich mit dem Markt, mit 0,63. Coca-Cola und Exxon liefen in dieser Zeit sogar leicht dagegen. Wer einen großen Indexfonds kauft, kauft also zu einem guten Teil zehn Firmen.

Jetzt stell dir ein Depot mit zehn Aktien vor. Klingt gestreut. Aber fünf davon sind Ölkonzerne und fünf sind Banken. Weil sie innerhalb ihrer Branche so eng zusammen laufen, hast du in Wahrheit nur zwei Wetten: eine auf den Ölpreis und eine auf die Zinsen. Das nennt man Klumpenrisiko. Es versteckt sich gern, denn auf dem Papier sieht alles bunt aus. Darum zählt nicht die Zahl der Aktien, sondern wie unterschiedlich sie sich bewegen.

Und jetzt die unbequeme Wahrheit. Zwei Forscher, Longin und Solnik, haben fast 40 Jahre an den fünf größten Börsen der Welt untersucht. Ergebnis: In fallenden Märkten rücken die Kurse enger zusammen, in steigenden nicht. Streuung hilft also gerade dann am wenigsten, wenn du sie am meisten brauchst. Das heißt nicht, dass Streuung nutzlos ist. Es heißt: Streue über wirklich verschiedene Branchen, Länder und Firmengrößen, und rechne damit, dass in einem Crash fast alles gleichzeitig fällt.

Genau darauf schaut der Balken Streuung in deiner Watchlist, mit einer Zahl von 0 bis 100. Mit Pro siehst du die Streuung nach Sektoren, Regionen, Größe und Korrelation, mit Tauschvorschlag. So erkennst du, ob deine zehn Aktien wirklich zehn sind.

Kurz gesagt: Gleiche Branche heißt gleiches Wetter, die größten Firmen ziehen den Markt mit, und im Sturm rücken alle zusammen. In der nächsten Lektion schauen wir auf den ganzen Markt: Ist er gerade günstig oder teuer? Wichtig: Das ist keine Anlageberatung.