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FVC Akademie · Was der Fair Value Calculator dabei macht · Lektion 5 von 20

Vom Geschäftsbericht zum Fair Value: was der Rechner für dich tut

Aus tausenden Zahlen eines Geschäftsberichts wird eine klare Antwort: Was ist die Aktie wert, und wie sicher ist das?

Das Video zu dieser Lektion wird gerade erstellt. Der Text darunter ist das vollständige Skript.

Das lernst du

  • Was in einem Geschäftsbericht steht und warum ihn kaum jemand liest
  • Was eine Bewertung ist und was sie vom Kurs unterscheidet
  • Warum viele Modelle zusammen verlässlicher sind als eines
  • Warum der Rechner manchmal bewusst keinen Fair Value zeigt
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Transkript

Hallo, ich bin Peter. Weißt du, wie lang ein Geschäftsbericht ist? Der mittlere US-Jahresbericht hatte 1996 rund 23.000 Wörter, 2013 schon über 49.000. Das ist ein ganzes Buch, jedes Jahr, für jede Firma. Kein Wunder, dass ihn fast niemand liest. In dieser Lektion zeige ich dir, was der Fair Value Calculator mit diesen Berichten macht.

Im Kern stehen drei Rechnungen drin. Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt, was die Firma umsetzt und was davon als Gewinn bleibt. Die Bilanz zeigt, was ihr gehört und was sie schuldet. Und die Kapitalflussrechnung zeigt, wie viel echtes Geld tatsächlich hereinkommt. Das ist oft die ehrlichste der drei, denn Gewinn lässt sich gestalten, Geld auf dem Konto kaum.

Der Rechner liest diese Zahlen für über 35.000 Aktien weltweit, je Aktie rund 2.000 Datenpunkte, viele davon über Jahrzehnte. Das sind zusammen rund 70 Millionen Zahlen, und sie werden jeden Tag mit dem neuen Kurs zusammengeführt. Dabei wird auch aufgeräumt: Einmaleffekte, Währungen, Aktiensplits. Sonst vergleicht man Äpfel mit Birnen.

Jetzt die wichtigste Unterscheidung. Der Kurs ist, was andere heute für die Aktie zahlen. Der Wert ist, was die Firma dir als Eigentümer über die Jahre an Geld einbringen kann, auf heute zurückgerechnet. Benjamin Graham, der Lehrer von Warren Buffett, sagte dazu: Kurzfristig ist der Markt eine Abstimmungsmaschine, langfristig eine Waage. Der Fair Value ist unser Versuch, diese Waage abzulesen.

Ein einzelnes Bewertungsmodell kann sich leicht irren. Deshalb rechnet der Rechner 26 Modelle aus acht Familien, zum Beispiel Modelle, die auf künftige Geldflüsse schauen, solche, die mit vergleichbaren Firmen vergleichen, und solche für Dividenden oder Vermögen. Jedes Modell rechnet einen vorsichtigen, einen mittleren und einen guten Fall. Erst die Mischung ergibt den Fair Value. Wie bei einer Wettervorhersage aus vielen Läufen: Wenn die meisten Modelle in dieselbe Richtung zeigen, ist die Aussage belastbarer.

Und welche Zahlen sagen überhaupt etwas über die Zukunft? Vanguard hat 15 beliebte Kennzahlen gegen die Renditen der folgenden zehn Jahre getestet, von 1926 bis 2011. Die Bewertung des Marktes erklärte am meisten, aber nur rund 40 Prozent. Und manche beliebte Kennzahl, etwa das erwartete Gewinnwachstum, sagte weniger voraus als die Regenmenge. Genau deshalb prüfen wir jede Zutat an der Geschichte, bevor sie in den Rechner darf. Unsere Rückrechnung reicht 34 Jahre zurück.

Neben dem Wert zeigt dir der Rechner einen Qualitäts-Score von 0 bis 100. Dafür fließen 37 Faktoren aus zehn Bereichen ein, etwa wie stabil die Gewinne sind und wie solide die Finanzierung ist. Und manchmal zeigt der Rechner bewusst keinen Fair Value. Dann reichen die Daten nicht oder sie widersprechen sich. Lieber keine Zahl als eine falsche, die dich in die Irre führt.

Kurz gesagt: Der Rechner liest die Berichte, räumt die Zahlen auf, lässt viele Modelle rechnen und sagt dir, ob der Kurs über oder unter dem Wert liegt, und wie sicher das ist. Entscheiden musst du selbst. In der nächsten Lektion schauen wir genauer, wie wir bewerten. Wichtig: Das ist keine Anlageberatung.